Visceral - @ myblog.de


VERLANGEN



Will Heard & Cara Delevigne - Sun don´t shine



Mein Herz pocht, ich spüre seinen Schlag deutlich in meiner Brust, dumpf, durchdringend. Mein Blut rauscht durch meine Adern, pulsierend. Dein heißer Atem jagt mir Gänsehaut über den Rücken, deine Küsse in den Nacken sind kaum auszuhalten, alles zieht sich zusammen.
Ich spüre deinen Blick von hinten, der sich mir erbarmungslos in den Rücken bohrt, der sechste Sinn reagiert wie bei höchster Gefahr, animalisch, als würde ich spüren, dass mich innerhalb der nächsten Sekunden etwas anfällt; und schickt spürbare Stoßwellen über den Rücken und den Nacken ins Hirn, die sich in den Rhythmus meinen Pulses einfügen; ein Urtrieb, der zum anderen findet.

Deine Hände sind heiß; deine ganze Haut ist heiß, als du mich sanft, aber bestimmt aufs Bett legst; Hände, die jetzt keinen Widerstand mehr akzeptieren wollen und können - als könnte ich welchen aufbringen.
Ich bin wie betäubt, berauscht, fasziniert von der Art, wie ich meinen Körper spüre, seine Lebensfunktionen, die Intensität seiner Reaktion, den hämmernden Herzschlag und die Wellen der Schauer, die hindurchlaufen.
Ich bin hormongesteuert, hormongeflutet. Begierig.
Wozu ist das gut, biologisch, in diesem Ausmaß?

Du greifst mir an den Hintern, ich stöhne, dein Blick brennt, ich spüre dein Verlangen, deine Hitze jagt mir bei jeder Berührung Gänsehaut über den ganzen Körper. Ich spüre dein Gesäß, spüre dich, fordernd. Du küsst mich auf die Brust, ich greife in deine Haare, dein Atem geht schwer und tief.
Deine großen, warmen Hände sind überall, halten mich fest, legen sich um meine Taille, du vergräbst deinen Kopf an meinem Hals, ich ertrinke überwältigt in deinem Geruch. Diese riesigen Hände. Ich registriere mit verschwommenem Blick, wie die ausgeprägten Muskeln auf deinem breiten Rücken zwischen den Schulterblättern arbeiten. Deine Haut pulsiert. Ich spüre, wie sich deine Muskeln am ganzen Körper zusammenziehen, als du dich schließlich weiter vorbeugst und mich vorsichtig, aber bestimmt mit einer Hand am Nacken packst. Du küsst mich liebevoll, nachdrücklich, legst unheimlich viel Druck und Inhalt in diese simple Berührung. Wir brauchen keine Worte. Wir atmen dieselbe Luft, ich atme deinen Duft.
Dir entfährt ein tiefes, lautes, raues Stöhnen, als du eindringst, mehr Tier als Mensch, das mir den Verstand raubt. Mir entfährt ein hohes Wimmern. Ich gebe mich dir hin, hormongeflutet, voller Verlangen, schmelze, zergehe unter dir.
4.2.14 16:38


BEFLÜGELT



Couch und Sessel bilden einen Kessel um den riesigen Fernseher und schließen den Boden, von dem vor lauter Fatboys und Decken kein nackter Zentimeter mehr zu sehen ist, zu einer friedlich- gemütlichen Insel ein, flankiert von Bierkästen, Flaschen, Müll, Essensresten und allem, was sonst noch an diesem Wochenende unaufgeräumt geblieben ist.

Party am ersten Abend, zwei Partys am zweiten, wir haben uns auf der einen getroffen und sind dann wieder abgehauen, die eine Hälfte wollte um kurz vor zehn noch Bier beschaffen, während wir bei mir zuhause meinen Kram geholt haben.
Marine hat vor Freude gebrüllt, als wir kurz darauf mit zwei prall gefüllten MC-Tüten wieder vor der Tür standen, die wir auf der Fahrt für ein kleines Vermögen haben mitgehen lassen.
Dass sie kein Bier mehr bekommen haben, ist eine Minute lang ein Desaster, dann werden optimistisch Reste aus den umstehenden fünf Kästen gesucht, die sich am Ende dann doch noch zu einer annehmbaren Menge auf dem Küchentisch zusammenfinden, und der ganze Spaß kann wieder von vorne losgehen.

Ich bin glücklich. Aber das ist weder neu noch alles; Ich bin voller Vorfreude, beflügelt.
Entfernungen haben keinen Wert mehr. Innerhalb von ein paar Wochen war ich mehrmals in der Stadt, in der ich demnächst studieren werde; Ich kann am Wochenende heimfahren, wenn ich studiere, oder nach Konstanz, Freunde besuchen, das ist völlig egal;
die letzten Wochen bis zum Abitur sind eine Aneinanderreihung von spontanen Aktionen, die Langeweile überhaupt gar nicht erst aufkommen lassen - eigentlich war man krank und wollte sich auskurieren, aber am Freitag kommt die Einladung rein, eins führt zum anderen, und am Ende sitzt man in der tiefsten Samstagnacht immer noch nicht im eigenen Zuhause, sondern ist nach pausenlosem unterwegs-sein der glücklichste Mensch mit der richtigen Gesellschaft vor einem riesigen Fernseher.
Es geht um die richtigen Leute. Die richtige Einstellung. Das Bewusstsein, dass einfach alles möglich ist.
Es ist perfekt.

Wir reden kaum, schauen Videos von Spielen an, die demnächst rauskommen, kommentieren, teilen Decken. Der Fernseher wirft als einzige Quelle warmes, weiches Licht in den Raum. Es ist unendlich friedlich.
Durch diese Wohnung kann spazieren, wer will, am Ende landet doch der kleine, hartgesottene Kreis beieinander, bekannt und vertraut, reibungslos eingespielt. Ich denke an all das Zeug, das wir schon zusammen erlebt und verbrochen haben, und grinse mit müdem Lächeln in die Runde.
Es geht nichtmal nur um den Kreis von diesem Wochenende. Es geht um das große Ganze.
Ich bin nicht sorgenfrei, meine größte Prüfung steht mir noch bevor, und mein Anspruch macht mir das Leben schwer, aber solche Wochenenden machen es wieder leicht.
Und einen dann doch irgendwie wieder unerwartet gesund.
And the best ist even yet to come.
3.2.14 00:42


HEADSHOT



Jules, du machst es dir ziemlich einfach gerade!

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich diesen Satz jetzt schon gelesen habe.
Zunächst muss ich sagen, trifft er. Joker trifft. Und so absurd das klingen mag, aber ich habe ein Problem damit, dass er besser trifft als mein Freund.
Das zweite ist, dass ich jedes Mal, wenn ich ihn lese, zunächst meine, ich hätte eine Erwiderung darauf und könnte ihm eine Richtung zuordnen; aber im Endeffekt kann ich das nicht; den egal von wie vielen Seiten ich das überdenke, ich komme am Ende immer zu irgendeiner anderen Erkenntnis, als sei dieser verdammte Satz ein Tier, das sich mir um die Ohren haut, das ich aber nicht greifen kann.

Einen Moment schwillt in mir der Gedanke an, dass es vielleicht gar nicht schlecht wäre, wenn ich es mir mal wieder einfach machen würde. So zur Abwechslung.
Dann stelle ich fest, dass es eben nicht einfach ist, egal was ich mache. Ich kann es nicht einfach machen, dazu stecken wir mittlerweile zu tief drin. Es hat sich breit gemacht, hat er gesagt.
Ich hab heute morgen gefragt, was er erwartet hat und dass ichs ihm damit doch auch einfach machen würde, aber er hat mir nicht geantwortet.
Er hat gewusst, dass es darauf hinauslaufen würde, und er hat es akzeptiert. Was sollen dann die Besitzansprüche?
Ich tippe Stunden später Ruf mich an, wir müssen reden. in mein Handy, drücke aber nicht auf senden, weil es viel zu sehr danach klingt, als hätten wir eine Beziehung.
Am Ende schicke ich die Wir müssen reden-SMS doch ab, gefolgt von einer mit:
Und ja, ich weiß dass das scheiße klingt mit dem reden.
Er hat immer gesagt, ich würde zu viel nachdenken, aber er denkst noch viel mehr nach als ich.
Ich hab sein Gesicht beim Rauchen im Kopf, die markanten Züge, leicht verpixelt über die schlechte Webcam.
Und verdammte scheiße, in diesem einen Satz steckt so viel. Headshot, ausnahmsweise mal wirklich: Voll in den Kopf.

Er hat vor kurzem grinsend gesagt, wir könnten kein Problem miteinander kriegen, das ginge einfach nicht. Das könnte chemisch gar nicht funktionieren.
Was, zum Teufen, haben wir für eine beschissen perfekte Chemie, dass es überhaupt erst zu sowas kommen kann?
15.3.13 14:43


SÜßSAUERSCHARF



Ich wache auf, blinzele verschlafen, erkenne verschwommen dein Gesicht, das lächelnd auf einem Arm abgestützt auf mich heruntersieht, und schließe sie mit einem zufriedenen, kehligen "hmm.." wieder, als du mir mit dem Zeigefinger über die Wange streichst.
"Das mit der Diät ist nicht leicht für mich, wenn du so süß bist.", sagst du.
"Sag das nicht, dann fühl ich mich schuldig..", murmele ich und grabe mich tiefer in die Bettdecke. "Außerdem bin ich scharf, nicht süß.", hänge ich beleidigt hinterher.
"Glaub mir, das bist du. Aber im Moment.. bist auch verdammt süß, wie du da liegst. Ich hab eine Überraschung für dich.", murmelst du an mein Ohr und küsst meinen Hals, dann ziehst du an der Schnur neben der riesigen Fensterscheibe, und auf einmal sind wir von strahlendem Sonnenlicht überflutet.
"Wie wär´s mit Frühstück draußen?", schlägst du vor.
Ich stürze mich lächelnd auf dich und haue dir dabei gnadenlos weil schlaftrunken das Knie in den Bauch, aber der Übergang von süß zu scharf ist gelegentlich nun mal etwas konfliktbehaftet.
Kann ein Sonntagmorgen schöner beginnen?
10.3.13 22:55


GENTLE GLOW



Du folgst mir durch den dunklen Flur, findest mich in meinem dunklen Zimmer wieder, wie ich, dem Bett zugewandt, gerade mein Oberteil gegen ein anderes tauschen will, damit wir gehen können, nur von hinten von dem warmen Aquarienlicht beleuchtet.
Du stellst dich hinter mich; ich halte in der Bewegung inne, als du die Hände um meine Taille legst, das Top nur noch vor dem Körper über den Armen.
Du küsst mich auf den nackten Rücken, die Schulterblätter, sanft und warm, bis zum Hals;
Ich drehe mich zu dir um, fahre dir mit den Fingern durch die weichen, dunklen Haare, schaue dich liebevoll an, schüttle den Kopf, und küsse dich, wie man jemanden küsst, der gerade schmerzlich etwas verloren hat, was ihm wichtig war, und der einem so wichtig ist, dass es wehtut, das in den Augen zu erkennen.
Dieser Geruch, diese Wärme. Diese Stille. Trotz dem unschönen Verlust, der über uns hängt, der die Stille macht, ist die Gefühlsintensität dieses Momentes überwältigend.
Mein Liebling, ich komme nicht umher, mich zum tausendsten Mal zu wundern, über welch einen Zeitraum ich es nicht geschafft habe, genug von dir zu bekommen.
23.2.13 00:04


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]
>visceralprovoke powered by myblog.de Gratis bloggen bei
myblog.de