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BEFLÜGELT



Couch und Sessel bilden einen Kessel um den riesigen Fernseher und schließen den Boden, von dem vor lauter Fatboys und Decken kein nackter Zentimeter mehr zu sehen ist, zu einer friedlich- gemütlichen Insel ein, flankiert von Bierkästen, Flaschen, Müll, Essensresten und allem, was sonst noch an diesem Wochenende unaufgeräumt geblieben ist.

Party am ersten Abend, zwei Partys am zweiten, wir haben uns auf der einen getroffen und sind dann wieder abgehauen, die eine Hälfte wollte um kurz vor zehn noch Bier beschaffen, während wir bei mir zuhause meinen Kram geholt haben.
Marine hat vor Freude gebrüllt, als wir kurz darauf mit zwei prall gefüllten MC-Tüten wieder vor der Tür standen, die wir auf der Fahrt für ein kleines Vermögen haben mitgehen lassen.
Dass sie kein Bier mehr bekommen haben, ist eine Minute lang ein Desaster, dann werden optimistisch Reste aus den umstehenden fünf Kästen gesucht, die sich am Ende dann doch noch zu einer annehmbaren Menge auf dem Küchentisch zusammenfinden, und der ganze Spaß kann wieder von vorne losgehen.

Ich bin glücklich. Aber das ist weder neu noch alles; Ich bin voller Vorfreude, beflügelt.
Entfernungen haben keinen Wert mehr. Innerhalb von ein paar Wochen war ich mehrmals in der Stadt, in der ich demnächst studieren werde; Ich kann am Wochenende heimfahren, wenn ich studiere, oder nach Konstanz, Freunde besuchen, das ist völlig egal;
die letzten Wochen bis zum Abitur sind eine Aneinanderreihung von spontanen Aktionen, die Langeweile überhaupt gar nicht erst aufkommen lassen - eigentlich war man krank und wollte sich auskurieren, aber am Freitag kommt die Einladung rein, eins führt zum anderen, und am Ende sitzt man in der tiefsten Samstagnacht immer noch nicht im eigenen Zuhause, sondern ist nach pausenlosem unterwegs-sein der glücklichste Mensch mit der richtigen Gesellschaft vor einem riesigen Fernseher.
Es geht um die richtigen Leute. Die richtige Einstellung. Das Bewusstsein, dass einfach alles möglich ist.
Es ist perfekt.

Wir reden kaum, schauen Videos von Spielen an, die demnächst rauskommen, kommentieren, teilen Decken. Der Fernseher wirft als einzige Quelle warmes, weiches Licht in den Raum. Es ist unendlich friedlich.
Durch diese Wohnung kann spazieren, wer will, am Ende landet doch der kleine, hartgesottene Kreis beieinander, bekannt und vertraut, reibungslos eingespielt. Ich denke an all das Zeug, das wir schon zusammen erlebt und verbrochen haben, und grinse mit müdem Lächeln in die Runde.
Es geht nichtmal nur um den Kreis von diesem Wochenende. Es geht um das große Ganze.
Ich bin nicht sorgenfrei, meine größte Prüfung steht mir noch bevor, und mein Anspruch macht mir das Leben schwer, aber solche Wochenenden machen es wieder leicht.
Und einen dann doch irgendwie wieder unerwartet gesund.
And the best ist even yet to come.
3.2.14 00:42
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Andreas / Website (3.2.14 08:59)
FLÜGEL? Oh toll, Perfektionsalarm! Das hört sich so perfekt an das ich neidisch werde, auf deine Jugend, auf dich, auf all diese Menschen, auf dieses GEFÜHL, das sich anfühlen muss wie Frühling der nie zu Ende geht. Das einzige das mich tröstet ist dass der Text in Firefox so nach rechts versetzt ist dass ihn vermutlich niemand findet, außer dem Frosch . Liebe Grüße!


Jules (3.2.14 14:07)
Ach Andreas, das Firefox-Problem...
darum muss ich mich irgendwann auch noch kümmern. Habe bis jetzt keine Lösung gefunden (außer dass du dir endlich mal einen besseren Browser runterlädst, ich empfehle Chrome )

Liebe Grüße zurück, ist schön mal wieder was von dir zu hören!


Andreas / Website (4.2.14 07:33)
Jaaa, ich mag es wenn du etwas schreibst, Es ist immer so toll irgendwie. Chrome? Niemals! Unübersichtlich! Bäh! Schrecklich! Liebe Grüße!

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